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Dirk Govers

Tiergesundheit

Es ist ein Jahr, in dem die Tiergesundheit in Europa besonders im Fokus steht. Während die Situation in dem einen Land wieder stabil erscheint, treten in anderen Regionen neue Ausbrüche auf. Von Blauzungenkrankheit in den Niederlanden bis zur Afrikanischen Schweinepest an verschiedenen Orten in Europa – als Handelspartner muss man wachsam sein. Und vor allem: gut informiert bleiben.

Flexibles Handeln bei Krankheitsdruck: So hält VAEX den Handel in Bewegung

PRRS: EUROPÄISCHER ANSATZ, EUROPÄISCHE LÖSUNGEN

PRRS ist keine meldepflichtige Krankheit wie einige andere, die später noch behandelt werden, bleibt aber dennoch ein wichtiges Thema in der Schweinebranche.
Die meisten Betriebe sind ursprünglich PRRS-positiv, aber immer öfter sieht man Regionen oder Gruppen von Betrieben, die PRRS-negativ sind. Es gibt kein richtig oder falsch, aber es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich das in den verschiedenen Ländern und Regionen Europas gehandhabt wird. In Regionen mit hoher Schweinedichte ist es schwierig, Betriebe PRRS-negativ zu bekommen – das gelingt nur mit einem gemeinsamen Ansatz. In Gegenden mit weniger Schweinen ist es dagegen einfacher, das Virus draußen zu halten.
UNGARN: 2014 wurde angekündigt, PRRS-frei werden zu wollen. Später wurde dies sogar verpflichtend. Mit strengen Maßnahmen wie Depop-Repop und einem Importverbot für PRRS-positive Tiere gelang dies 2021. Seitdem ist Ungarn das erste Land, das offiziell PRRS-negativ ist – eine beachtliche Leistung.
DÄNEMARK: Auch Dänemark hat sich das Ziel gesetzt, komplett PRRS-frei zu werden. Inzwischen sind alle Betriebe verpflichtet, jährlich ihren PRRS-Status zu melden. Eine Region ist bereits PRRS-negativ. Wie der weitere Ansatz aussieht, wird noch festgelegt.
SPANIEN: Vor einigen Jahren tauchte hier neben der europäischen und amerikanischen PRRS-Variante ein dritter Stamm auf: der Rosalia-Stamm. Diese aggressive Variante sorgt für große Probleme, da es noch keinen Impfstoff gibt. Wo Ausbrüche auftreten, hat das enorme Auswirkungen auf die Produktionszahlen der Schweinebetriebe.
ITALIEN: Im Norden Italiens ist die Schweinedichte hoch, weshalb fast alle Betriebe PRRS-positiv sind. Sie kaufen daher lieber PRRS-positive Tiere und sorgen für eine gute Impfung.
OSTEUROPA: Neue Vermehrungsbetriebe in Osteuropa starten oft mit PRRS-negativen Tieren. Da die Schweinedichte dort niedriger ist, gelingt es gut, diesen Status zu halten.
NIEDERLANDE: In einigen Regionen ist die Schweinedichte hoch, was es schwierig macht, Betriebe PRRS-negativ zu bekommen. Dennoch gelingt es immer öfter, dank eines gemeinsamen Ansatzes und guter Gesundheitsprotokolle. Andere Betriebe entscheiden sich dafür, ihre Tiere zu impfen.

AFRIKANISCHE SCHWEINEPEST: VORBEUGEN IST BESSER

Während wir die ASP meist in Osteuropa gesehen haben, kam sie dieses Jahr näher. In Belgien ist das Virus zuvor ebenfalls aufgetreten, aber die Situation dort zeigt, dass es auch wieder verschwinden kann. Im vergangenen Jahr wurden in Westdeutschland, nahe der niederländischen Grenze, infizierte Wildschweine gefunden.
Wo Ausbrüche auftreten, greift die Regierung sofort ein und es wird streng überwacht. Das erfordert besondere Aufmerksamkeit bei Transportbewegungen: zusätzliche Reinigungsrunden, klare Anweisungen für Fahrer und eine genaue Überwachung der gefahrenen Routen. Denn eines wissen wir sicher: Vorbeugen ist besser als heilen.
Wie es sich verbreitet
Die ASP bewegt sich auf zwei Arten durch Europa: langsam durch Wildschweine und vor allem durch menschlichen Verkehr – Material, Fahrzeuge und infizierte Fleischprodukte.
Diese Kombination erklärt, warum es Phasen der Ruhe gibt, gefolgt von neuen Punkten auf der Karte. Es ist kein gerader Verlauf, sondern eher eine Wellenbewegung.
Was man bei einem Ausbruch sieht
Behörden arbeiten mit Zonen, Überwachung und im Wild manchmal mit Zäunen, um das Gebiet klein zu halten. Bei Wildschweinen zirkuliert die Infektion oft länger; bei gehaltenen Schweinen will man schnell eingreifen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dieses Zusammenspiel zwischen Wild und Nutztieren bestimmt das Tempo des Ausbruchs.
Jahreszeiten und Muster
Das beeinflusst den Handel in Rumänien, Serbien, Kroatien und Italien. Regionen werden dort regelmäßig „abgeriegelt“, wodurch sich Routen ändern, Sendungen verschoben werden und wir unsere Planung schneller anpassen müssen.
Die ASP verhält sich nicht saisonal wie die Grippe, aber es gibt dennoch einen Rhythmus im Drumherum. Verkehrsdichte, Wildmigration, Freizeit und Handelsspitzen erhöhen das Risiko neuer Einträge. Deshalb gibt es Zeiträume, in denen sich auf der Karte wochenlang kaum etwas bewegt, gefolgt von Momenten, in denen plötzlich viel passiert.
Wohin es geht
Die Erwartung: Die ASP wird sich weiterhin mit Europa bewegen. Nicht in einer geraden Linie, aber mit wiederkehrenden Mustern, Clustern im Wild, gelegentlich einem Betrieb, dann wieder Rückgang durch Maßnahmen. Wer die Karte, die Regeln und die Berichte liest, erkennt diesen Zyklus wieder. Es gibt noch keinen Impfstoff gegen ASP, daher bleiben Prävention, Hygiene und strikte Kontrolle entscheidend.

Maul- und Klauenseuche: Zusammenarbeit zahlt sich aus

In Deutschland wurde Anfang 2025 der erste Fall von Maul- und Klauenseuche (MKS) festgestellt. Kurz darauf folgten Meldungen aus Ungarn und der Slowakei. Dadurch wurde der Handel dort vorübergehend eingestellt, da die Krankheit ebenfalls hoch ansteckend ist. Das Virus kann leicht über Fahrzeuge, Kleidung oder Futtermitteltransporte verbreitet werden.

Die Krankheit betrifft vor allem Rinder, aber auch Schweine sind anfällig. Schweine werden meist nicht ernsthaft krank, können das Virus aber tragen und verbreiten, was schnelle und strenge Maßnahmen besonders wichtig macht. Rinder können Fieber bekommen und Bläschen im Maul und an den Klauen entwickeln, wodurch sie weniger fressen und schlechter laufen.

Trotz der sich verändernden Marktsituation suchen wir ständig nach neuen Transportrouten und Möglichkeiten, unsere Kunden weiterhin zu bedienen. Flexibilität und Zusammenarbeit machen den Unterschied, besonders in Zeiten, in denen sich die Umstände schnell ändern können.

Was macht VAEX konkret?

Sobald irgendwo in Europa eine Krankheit ausbricht, reagieren wir sofort. Das tun wir so:

✔ Mit unserem großen europäischen Netzwerk suchen wir weiterhin nach Lösungen.

✔ Wir finden alternative Ladeorte mit unseren Transportpartnern.

✔ Wir geben klare Ratschläge zu Hygiene, Belüftung und Schutz.

✔ Wir passen die Routen an, wenn Länder (vorübergehend) schließen.

Unsere Stärke liegt in Schnelligkeit, Übersicht und Erfahrung. Deshalb können wir auch unter Druck einfach weiter handeln.

BLAUZUNGE: BESSER VORBEREITET ALS JE ZUVOR

Bluetongue ist nicht verschwunden. In den Niederlanden, Belgien und Deutschland
sehen wir erneut Infektionen, oft an denselben Hotspots
wie im letzten Jahr. Innerhalb der EU zirkuliert das Virus weitläufig.
Rinder, die die Grenze überqueren, reisen nur mit
einem aktuellen negativen Test. Für den Export außerhalb der EU
gelten strengere Anforderungen: manchmal bis zu 30 Tage Quarantäne an
einem anerkannten Standort mit strenger Überwachung, aber manchmal
gibt es überhaupt keine Exportmöglichkeit.
Wir arbeiten mit aktuellen Informationen und prüfen über Behörden,
was in Bezug auf Angebot und Nachfrage möglich ist: machen oder
nicht machen, und genau das, was nötig ist, um weitermachen zu können.
Die Tiergesundheit in Europa bleibt eine Herausforderung,
mit wechselnden Situationen je nach Region und Krankheit.
Bluetongue ist weiterhin in großen Teilen
Europas präsent und zeigt, wie wichtig es ist, auf dem neuesten Stand zu bleiben,
schnell zu reagieren und zusammenzuarbeiten. Bei VAEX
verfolgen wir die Entwicklungen genau und setzen
dieses Wissen in praktische Lösungen für unsere Kunden
und Partner um. Wir denken nicht in Problemen, sondern in Routen,
Handlungen und Zusammenarbeit.

Wusstest du, dass...

✔ Neue Impfstoffe gegen BTV-3 in Europa inzwischen zugelassen sind.

✔ Seit den ersten Ausbrüchen im Jahr 2006 ist Bluetongue zu einem strukturellen Risiko innerhalb der EU geworden.

✔ Die mückenfreie Periode seit einigen Jahren nicht mehr existiert, da die Mücken im Stall aktiv bleiben.

Dirk, VAEX The Livestock Traders

„Ob es nun Blauzunge oder ASP ist: Wir bleiben in Bewegung. Durch gute Zusammenarbeit und Flexibilität kommt der Handel nicht zum Stillstand.“

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